Lichtplastik/Komposition Europa

Lichtplastik/Komposition Europa

Im Zuge einer Neugestaltung bekam der südliche Vorplatz des Rathauses den Namen Europaplatz. Mit dem Namen sollten unsere Städtepartnerschaften und der Gedanke gestärkt werden. Die Idee war richtig, hat sich aber über die Zeit nicht wirklich verbreitet. Die Städtepartnerschaften haben an Bedeutung verloren.

Um insbesondere den Europagedanken wieder zu beleben und dem Platz eine Bedeutung für eine öffentliche Nutzung, z.B. durch Schulen, zu geben und ihn insgesamt aufzuwerten, beschlossen 2019 der Förderverein für Kunst und Kultur Lünen e.V. und die Europa-Union NRW Stadtverband Lünen e.V. die Schaffung eines Kunstwerkes, das sinnbildlich für Europa steht. Es sollte sich wieder um eine Lichtkunstkunstobjekt handeln, von denen es in der Innenstadt bereits vier, durch den FKKL initiierte Objekte gibt. Da der Europaplatz stärker bei Tage frequentiert wird, entschloss man sich für eine skulpturales Lichtobjekt, dass eine Wirkung auch bei Tage erreichen kann.

Den Künstlerwettbewerb gewann der Berliner Künstler Jan-Peter E. R. Sonntag, der im Herbst 2020 mit der Realisierung begann. Im Juni 2021 erfolgte dann die Aufstellung und Übergabe an die Öffentlichkeit.

Es ist eine rd. 8m hohe Figur aus Stahl, die trotz ihres Materials und Gewichts von 2t Leichtigkeit ausstrahlt. Das kreisförmige Zwölfeck schwebt über dem Platz.
Besonders bedeutsam ist an diesem Objekt, die technische Einmaligkeit. Ein nachhaltiges Kunstwerk mit einer autarken Energieversorgung, dass in die Zeit passt und schon deswegen seine Berechtigung auf diesem Platz hat. Ein Vorreiter für neue Lichtkunst.
 Foto Gabriele Protze

Das Objekt bezieht seine Aussage eher auf die Europäische Union als auf das geographische Europa. Wie die EU auf einem stabilen Fundament aus Demokratie und Rechtsprechung steht, ruht auch das Objekt auf festem Grund. Es hat starke Beine/ Stützen auf denen es steht. Wie die EU, die auf einem starken gemeinsamen Wirtschafts- und Kulturraum steht.

Der obere Teil ist ein waagerechter Kranz, mit einem Durchmesser von mehr als 3 Metern, in den 12 Leuchtobjekte eingelassen. Der Kranz ist nicht rund, sondern kantig. Diese Form kann man auf die Länder der EU beziehen, die, obwohl in Gemeinschaft verbunden, ihre spezifischen Ecken und Kanten behalten haben.

Foto Gabriele Protze

Letztlich symbolisiert aber der Kranz die Anordnung der 12 Sterne auf der Europaflagge. Die Europaflagge wurde 1955 vom Europarat als dessen Flagge eingeführt. Sie hat einen Kranz von zwölf goldenen fünfzackigen Sternen auf ultramarinblauem Hintergrund. 1986 wurde sie als Symbol für alle Institutionen der Europäischen Gemeinschaften übernommen. Sie ist heutzutage eines der bekanntesten Symbole, das auf der Europaflagge basiert. Die Anzahl der Sterne hat keinen Bezug zur Zahl der Mitgliedsstaaten. Die Zwölf steht traditionell als Symbol für Vollkommenheit, Vollständigkeit und Einheit.

Jan-Peter E. R. Sonntag schreibt hierzu: Die Europäische Gemeinschaft wird repräsentiert durch einen Kreis aus 12 golden/gelben Sternen auf blauem Grund. Und als dieses Signet 1955 in einem Wettbewerb für den Europarat erstmals entschieden wurde, war es nicht seine Eindeutigkeit, sondern vielmehr seine Prägnanz und Vieldeutigkeit, die diesen Entwurf gewinnen ließ: Nicht 12 Sterne für 12 Nationen aber eine perfekte Zahl. Nicht allein der in der christlichen Ikonographie zwölfsternige Kranz vor dem Himmel, der den Kopf der Mutter Gottes umgibt oder die 12 Apostel – auch die 12 Monate, 12 Sternzeichen etc. Dieses Europa repräsentierende Flächenzeichen in eine performative skulpturale Geste im urbanen Kontext zu überführen, die jeweils einzelne Passantinnen unmittelbar adressiert, ist das eine Leitmotiv meines Entwurfs. Ein anderes Leitmotiv ist ein innovativer sinnvoller Umgang mit künstlichem / technischem Licht in einer Zeit des technischen Übergangs und gesellschaftlicher Paradigmenwechsel – diesbezüglich: Energieeffizienz, nachhaltiger Umgang mit natürlichen Ressourcen….

Stellt man sich unter das Objekt und blickt nach oben, zeichnet sich das kreisförmige Zwölfeck gegen den Himmel ab und aus jedem der zwölf Leichten funkeln zufallsgesteuert Lichtimpulse die Betrachter an. Jedes der 12 Lichtsystem funktioniert autonom wie die Staaten Europas. Es entstehen zeitlich polyrhythmische Lichtmuster, die sich niemals wiederholen, ein irritierendes Sternenfunkeln in einem endlosen und sich nie wiederholenden Dialog.

Jeder Betrachter kann und sollte eigene Interpretationen zur Aussage des Objekts anstellen und dem Objekt auch seinen persönlichen Namen geben.

Die Lichtplastik Europa wurde am 23. Juli 2021 im Beisein des Künstlers und geladenen Gästen der Öffentlichkeit vorgestellt und der Bevölkerung übergeben.

Das Projekt wird gefördert durch das

Es konnte mit Hilfe von Sponsoren und engagierten lokalen Handwerksbetrieben umgesetzt werden.

Begleitet wurde das Projekt von Hellweg ein Lichtweg.