Flusswächter

Flusswächter - Förderobjekt des Förderverein für Kunst und Kultur Lünen e. V.

Flusswächter © Bernd Hegert

Der japanische Künstler Kazuo Katase lebt und arbeitet in Kassel. Er hat das Objekt „Flusswächter“ für die Stadtmitte im Gebiet Mersch in unmittelbarer Nähe zur Lippe als Wächter am Flusseingang zur Stadt entwickelt und für den Förderverein erstellt. Seine Gedanken dazu sind auf der folgenden Seite zu lesen.

Das Kunstwerk befindet sich im Eigentum des Fördervereins.

Flusswächter - Förderobjekt des Förderverein für Kunst und Kultur Lünen e. V.

Flusswächter

Im Rahmen des Projekts „Hellweg ein Lichtweg“ ist der Flusswächter auch ein Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010.

Das Projekt wurde durch das Land NRW gefördert.

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Künstler: Kazuo Katase

Erläuterungsbericht des Künstlers (Auszüge)

Inspiration
An einem Sommertag besuchte ich die Stadt Lünen. Ich wollte mich dem Ort und der gestellten Aufgabe annähern. Mein Spaziergang führte mich zum Lippefluss und von dort aus zur Stadtmitte. An der Fußgängerbrücke (Langestraße) überquerte ich den Fluss und mein weiterer Weg führte den Fluss entlang zum Merschgebiet. Auf den ersten Blick nahm ich den hohen, schlank wirkenden Kirchturm wahr, dann die riesige Hochwassermauer und den dagegen „harmlos“ still vor sich hin fließenden Fluss. Bei näherem Hinschauen fand ich dann überall Spuren, die mir von der Schicksalsgeschichte dieses Flusses und seiner Stadt erzählten. Beide hatten den Willen zusammen existieren zu wollen und haben sich miteinander entwickelt. Ich spürte die Stimme dieses Topos. Nach meiner Heimkehr habe ich mich in meinen Gedanken immer wieder mit diesem „Spüren“ beschäftigt. Plötzlich kam die Eingebung zu dem „Flusswächter“. Einer Lichtskulptur, die bei Tag und bei Nacht erfahrbar sein sollte. Es stellte sich heraus, dass der dafür vorgesehene Standpunkt an der Schnittstelle zwischen Stadt- und Freiraum, gerade der richtige Standpunkt ist. Ein Stadt-Tor und sein Wächter zwischen Natur, Zivilisation und Kultur. Der „Flusswächter“ erzählt die Schicksalsgeschichte dieses Flusses und seiner Stadt. Er bewahrt diese und er behütet den Fluss und die Stadt. Seine hohe Gestalt ist bei Tag und bei Nacht, von der Weite und von der Nähe sichtbar und erlebbar. Aus allen vier Himmelsrichtungen zeigt er sich in einem anderen Form-Bild.

Transformation
Die Lichtskulptur besteht aus zwei unterschiedlichen 12 und 24 m langen Stäben. Beide Stäbe haben den gleichen Durchmesser. Einer der Stäbe ist mit einem weißen Lichtkörper ausgerüstet. Beide Stäbe befinden sich in einem sie umfassenden ellipsenförmigen Ring, an welchem eine gelbe Laterne hängt. Die beiden unterschiedlich langen Stäbe stehen in einer Schräge von 15o und 10o. Sie werden scheinbar von dem sie umfassenden ellipsenförmigen Ring, gleich einem sich nicht weiter ausdehnenden Gummiring gehalten. Die beiden Lichtelemente, der weiß leuchtende, netzförmige Lichtstab am Ende des längeren Stabes und die gelbe, große Laterne, zwischen beiden Stäben hängend, sind mit Beginn der Dunkelheit und während der Nacht nicht nur aus der Nähe, sondern auch aus der Ferne, wie von der Münsterstraßenbrücke aus, sichtbar. Der „Flusswächter“ hält dann seine Nachtwache über den Fluss und die Stadt.