Radial

Das Lichtkunstobjekt „radial“ des Düsseldorfer Künstlers Martin Pfeifle entstand 2016 auf Initiative des Fördervereins für Kunst und Kultur Lünen. Im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens zwischen 6 Künstlern und ausgewählt von einer Fachjury wurde dieser Arbeit einstimmig der 1.Rang zuerkannt. Es fand seinen Platz an der Lange Straße 90, zwischen der Praxis Dr. Coers und der Herz-Jesu-Kirche.

Es setzt einen leuchtenden Akzent im südlichen Empfangsraum der Lüner Innenstadt. Das Objekt besteht aus zwei Teilen; einmal aus vier leuchtenden Stelen auf der östlichen Seite der Lange Str. und dann auf der Straßenseite gegenüber aus 4 in den Boden eingelassenen Lichtschienen, die über die Straßenmitte spannungsvoll miteinander korrespondieren.

Im Januar 2017 wurde das Objekt in die Obhut der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Lünen gegeben. Es bleibt aber vorerst im Besitz des Fördervereins für Kunst und Kultur.

Das Projekt wurde gefördert durch das NRW Logo

und mit Hilfe von Sponsoren und lokalen Handwerksbetrieben engagiert umgesetzt.

Erläuterungsbericht des Künstlers Martin Pfeifle:
Wenn man die Lange Straße in Lünen erreicht, fallen dem Besucher auf der einen Straßenseite in den Boden gelassene Lichtkörper auf, welche die Symmetrie der Straßenarchitektur durchbrechen und voll Dynamik auf die andere Seite der Straße hinweisen. Auf dieser Seite erheben sich vier elegante Leuchtkörper.
Die Stelen der Arbeit „radial“ bestehen aus verzinktem Stahl in unterschiedlichen Neigungen und Längen. Auf Ihrer Frontseite sind LED Lichtlinien aus Edelstahl eingelassen.
Die einzelnen Elemente von „radial“ sind so ausgerichtet, dass sie in der Mitte der Straße einen gemeinsamen Schnittpunkt bilden.
Die unterschiedlichen Neigungen der Stangen erzeugen Dynamik und stehen für Vielfalt.

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„radial“ greift die Idee eines modernen Stadttors auf, ohne dabei einfach nur eine historische Architektur in die Gegenwart zu übersetzen. Vielmehr stellt „radial“ die Frage nach dem „Kommen“ und „Gehen“, unterschiedlichen Wegen und Möglichkeiten. Da die Arbeit sich auf der einen Seite der Straße von 4,5 m bis zu 5,5 m in die Höhe erhebt und auf der anderen Seite in den Boden eingelassen ist, wird eine dynamische Bewegung erzeugt, die nicht stromlinienförmig mit der Straße verläuft, sondern auf die Vielschichtigkeit von Bewegung hinweist. „radial“ bezieht sich damit bewusst auf die geographische Besonderheit Lünens, sowohl Münsterland als auch Ruhrgebiet zu sein. „radial“ beleuchtet nicht die Straße, sondern ist eine Skulptur, die mit ihrer Präsenz auf die Funktion eines Stadttores hinweist: dies ist ein besonderer Ort, ich betrete oder verlasse eine Stadt. Ich komme zurück oder gehe fort. Es ist ein Moment, an dem sich etwas ändert, niemals ist er gleich. So erscheint auch „radial“ dem Besucher in anderem Licht, wenn er sich der Langen Straße stadteinwärts oder stadtauswärts befindet.
Wenn der Besucher sich tagsüber auf der Langen Straße befindet, ist „radial“ eine zeitlose Skulptur, die mit ihrer Präsenz und ihrer Vielschichtigkeit auf den Unterschied von „Kommen“ und „Gehen“ verweist. In der Dunkelheit erstrahlt „radial“ in zeitlosem Weiß. Es ist ein angenehmes Weiß, das den Besucher nicht blendet, sondern erhellt.

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